Eine Jacke zum petrolgrünen Kleid

Nach einem winzigen Intermezzo mit etwas frühlingshafteren Temperaturen scheint der Winter in Hamburg in die zweite Runde zu gehen. Da ich es aber nicht mehr abwarten konnte, mein schönes neues grünes Kleid aus der Aktion 12 Colours of Handmade Fashion endlich auch mal außerhalb meiner Wohnung und des (Fotoshooting-)Hausflurs zu tragen, hab ich mir gestern kurzerhand einen farblich passenden und – hoffentlich – ausreichend wärmenden Long-Cardigan dazugeschneidert. 

Den Stoff hatte ich Ende letzten Jahres im Ausverkauf bei Frau Tulpe auf Verdacht mitgenommen. Eigentlich brauchte ich nur ein bisschen Garn und Volumenvlies und hatte mir auch ganz fest vorgenommen, vor Weihnachten keine weiteren Impulsstoffkäufe mehr zu tätigen, aber ihr kennt das ja sicher: Kaum war ich zur Tür rein, waren alle guten Vorsätze vergessen angesichts der tollen Stoffauswahl. Noch dazu fällt man ja in Hamburg bei Frau Tulpe von der Eingangstür quasi direkt in die Kiste mit den runtergesetzten Stoffen. Da soll mal einer mit klarkommen. Naja, wie dem auch sei, jedenfalls stand da eine Rolle mit einem schönen Wollstrickstoff in Walkoptik. Die Farbe war ein dunkles Petrol mit schwarzer geometrischer Musterung, die sich allerdings nicht zu auffällig in den Vordergrund spielt. An den Seiten direkt neben der Webkante war die Stoffbahn durchbrochen mit einer Fransenreihe, so wie bei diesem hier. Ich hatte so was noch nie gesehen, hab aber inzwischen rausgefunden, dass solche Stoffe u. a. für Ponchos verwendet werden (hätte man bei ein bisschen Nachdenken aus selber drauf kommen können). Und da Grün absolut meinem Beuteschema entspricht – ebenso wie Wolle -, hatte ich mir schneller anderthalb Meter von dem Stöffchen abschneiden lassen, als mein Mann piep sagen konnte – Fransen hin oder her.

Zu Hause wurde er gleich durchs Wasser gezogen und kam dann auf meinen immer höher werdenden Stoffstapel. Dass er jetzt so schnell Verwendung finden würde, hätte ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht. Aber er passt farblich zufälligerweise nahezu perfekt zum einfarbigen Jersey des Kleides „Gerda“ aus der neusten La Maison Victor. Und um die Sache perfekt zu machen (es grenzte schon fast an Schicksalhaftigkeit), gab es in diesem Heft gleich auch noch eine Anleitung für eine lange (Strick-)Jacke: „Claire“. Es ist ein Anfängerschnitt (wie immer bei LMV sehr gut erklärt), dadurch konnte ich den Cardigan letzte Woche abends nach der Arbeit auch recht problemlos fertigstellen. Im Original werden die Taschenbeutel aus grober Wolle gestrickt und dann aufgesetzt, das war mir dann aber doch ein bisschen zu gewollt, und ich hab dann einfach Taschen aus dem Wollstoff ausgeschnitten und aufgenäht. So Stricktaschen beulen doch bestimmt auch aus wie verrückt … Die fertige Jacke war – wie schon häufiger bei LMV-Schitten (oder bei der Burda) – trotz Ausmessen und Abgleich mit der Maßtabelle ein gutes Stück zu groß, aber bei dem Schnitt war eine nachträgliche Anpassung kein Problem. Ich hab die Ärmel bestimmt rund 6 cm enger gemacht und die Seiten tailliert – jetzt ist der Sitz perfekt.

Und es hat sich herausgestellt, dass der Cardigan nicht nur zu „Gerda“, sondern auch zu Jeans eine wirklich gute Figur macht. Ich bin jedenfalls sehr glücklich damit!

Als Nächstes stehen zwei Aufgaben an:

1. Geburtstagsgeschenke für den Mann
Eins hab ich heute fertig gekriegt (ich kann nur noch nichts zeigen davon, denn sonst ist die Überraschung ja hin), ein weiteres Teil werde ich gleich zuschneiden. Das ist auch viel komplizierter, ich hoffe, ich kriege das noch rechtzeitig hin und mache keinen Mist. Ich werde Ende des Monats berichten.

2. die Kreation zu Selmins Februar-Farbe der 12 Colours of Handmade Fashion: 12 Colours of Handmade Fashion: Februar – Beige
Ich bin eher der blasse Hauttyp, deshalb ist Beige normalerweise nicht die Farbe, die ich für Oberteile wähle. Cremefarbene Röcke sind auch nicht so mein Ding, bei Hosen finde ich die Farbe okay, aber für Beinkleidung muss ich noch viel, viel üben, das schaff ich nicht bis Ende Februar. So sah ich mich schon vor dem Dilemma, mir doch ein beige Oberteil nähen zu müssen, dass ich dann nicht anziehen würde, weil ich damit krank aussähe. Dann brachten mich Selmins maritime Mood-Bilder zum Farbthema in ihrem Blog und diverse Fashion-Beispiele auf ihrer Pinterest-Seite auf die Idee: Ich mach mir ein Bretonshirt mit blauen Streifen auf (nicht ganz so hellem) beigefarbenem Grund! (So einen Stoff hab ich nämlich seit letztem Herbst auch auf meinem besagten Stoffstapel liegen.) Der Schnitt – das Timpe Tee von Schneidernmeistern – ist bereits gekauft und muss jetzt nur noch ausgedruckt, zugeschnitten und genäht werden. Ich glaub, das wird was Schönes! Ich werde berichten 😉

Habt alle noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die nächste Woche!

Tschüß!
Wiebke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.