12 Colours of Handmade Fashion: März – Rosa/Pink

Nachdem sie mit Grün so überaus komfortabel für mich begonnen hatten, zeigten sich mir die 12 Colours of Handmade Fashion im Februar mit Beige von ihrer spröden Seite. Kaum hatte ich diese farbliche Herausforderung mit ein bisschen Streifen-Trickserei gemeistert, schickte Selmin von Tweed & Greet für den Monat März den nächsten Klopper hinterher: Rosa.

Zugegeben, zum Frühlingsbeginn passt diese Farbe ja thematisch ganz gut und die meisten meiner weiblichen Nähkolleginnen waren auch überaus begeistert. Bei mir hielt sich der Enthusiasmus allerdings in Grenzen, beschränkt sich das Rosafarbene in meinem Kleiderschrank doch auf einige wenige Stücke Unterwäsche – und auch die kommen nicht gerade oft zum Einsatz, denn wie in allen anderen Pastelltönen auch sehe ich in Rosa aus wie ausgespuckt. Zum Glück milderte die gute Fee Selmin den bösen Rosa-Fluch jedoch dadurch ab, dass sie Pink ins Spiel brachte. Auch das nicht gerade meine Lieblingsfarbe und mir in seiner reinsten Form Magenta definitiv zu knallig. Aber wenn ich das Rosa-Pink-Spektrum noch auf Beerentöne ausdehne, dann befinde ich mich wieder im Bereich des für mich durchaus Tragbaren. 

Nach diesen Vorüberlegungen ging es an die Stoffwahl. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, mich bei den nächsten Nähprojekten endlich mal an eine Hose zu wagen, aber in Pink? Nee, das ging nun wirklich nicht. Also doch wieder ein Kleid. 😉 Dafür kamen mir gleich die diese Saison ausgesprochen angesagten Dark-Floral-Prints in den Sinn, und bei Karstadt fand ich auch auf Anhieb was Passendes in einem schön fließenden Viskose-Jersey:

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Dann fiel mir allerdings auch wieder ein Stoff ein, den ich im Januar im Winter-Sale bei Ernst Bracker erstanden hatte: ein hochwertiger Woll-Viskose-Jersey mit einer ganz besonderen Struktur in einem warmen, dunklen Beerenton, weich fallend, leicht wärmend – perfekt für die Übergangszeit.

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Ich musste nicht lange überlegen, welchen Schnitt ich hierfür verwenden würde: Das Kleid „Wanda“ sollte es sein aus der La Maison Victor 5/16, ein sehr figurschmeichelnder, weiblicher Schnitt mit V-Ausschnitt, ins Vorderteil eingearbeiteten senkrechten Falten und einem langen Bindegürtel, den man sich mehrfach um die Taille schlingt.

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Wanda, La Maison Victor 5/2016fullsizeoutput_109Die Anleitungen in dieser belgischen Nähzeitschrift sind alle bebildert, sehr ausführlich und gut erklärt, was das Risiko minimiert, dass ich mal wieder irgendetwas nicht richtig verstehe und Mist baue. Das endet dann meist damit, dass ich improvisieren oder gar Teile gänzlich neu zuschneiden muss – etwas, was ich bei diesem edlen Material unbedingt vermeiden wollte. Und wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht: Das Kleid ließ sich problemlos und sogar verhältnismäßig zügig nachnähen. Nur das Versäumen mit der Hand nahm etwas mehr Zeit in Anspruch – die Mühe hat sich allerdings auch wirklich gelohnt.

Kleid Wanda aus La Maison Victor 5/2016

Im Gegensatz zum Ausschnitt, der mit Beleg gearbeitet wurde, sind die beiden Gürtelbänder einfach und unversäubert in die Seitennähte des Kleides eingearbeitet, was mich zunächst irritierte. Da der Stoff aber nicht franst und auch von links leidlich gut aussieht, hab ich mich letztlich entschlossen, in diesem Punkt doch einfach der Anleitung zu vertrauen, was sich als gute Entscheidung erwiesen hat. Hätte ich den Stoff für die Bänder doppelt genommen, hätte dies den Gürtel wesentlich starrer und vor allem dicker gemacht – zu Ungunsten einer schönen Silhouette.

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Ich bin superglücklich mit meinem neuen ansatzweise pinkfarbenen Kleid und kann es kaum erwarten, dass es etwas wärmer wird, damit ich es ausführen kann!

Als Nächstes ist es nun aber wirklich an der Zeit, dass ich mich an Hosen heranwage und meine Näh-Skills in dieser Richtung erweitere. Den Schnitt, den ich mir dafür ausgesucht habe, ist Safran vom kleinen, aber feinen französischen Label Deer and Doe. Es ist eine Skinny Jeans mit hohem Bund, die auf elastische Stoffe ausgelegt ist. Eine Reihe von Blogposts auf der Website von Deer and Doe sollen der Hobbyschneiderin dabei helfen, sich die Hose im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leib zu schneidern. Mal sehen, wie mir das gelingt. Ich werde zum gegebenen Zeitpunkt darüber berichten.

Was mich jetzt brennend interessiert, ist, was ihr anderen im letzten Monat Hübsches in Rosa gezaubert habt. Also schnell zu Selmin auf den Blog, diesen Beitrag verlinken und dann wird gestöbert.

Habt eine schöne Frühlingswoche!

Wiebke

8 Gedanken zu „12 Colours of Handmade Fashion: März – Rosa/Pink“

    1. Danke! 😊 Inzwischen konnte ich das Kleid dank der frühlingshaften Temperaturen auch schon ausführen und ich muss sagen, es ist wirklich ein ganz wunderbares Material.

  1. Liebe Wiebke,
    dein Kleid ist sehr schön geworden und steht sehr gut.
    Stoff und Schnitt passen super zusammen.
    Liebe Grüße Marion

  2. Hallo Wiebke,
    ich finde dein Kleid total gelungen, steht dir echt sehr gut! Viel Freude damit, hoffentlich kommt es oft zum Einsatz!
    Liebe Grüße, Selina

    1. Liebe Selina,
      vielen Dank für das Kompliment! Hier in Hamburg ist es gerade erfreulich frühlingshaft – ich glaube, ich führe mein neues Kleid gleich morgen mal aus.
      Liebe Grüße
      Wiebke

  3. Liebe Wiebke, ein sehr schönes Kleid hast Du wieder genäht, ich mag den fließenden Schnitt sehr gern und mit dem Bindegürtel ist es wirklich ein wunderbares feminines Stück in Beere geworden! Ganz wunderbarer Stoff! Ich drücke Dir die Daumen mit der Safran Hose und bin schon gespannt!

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