12 Colours of Handmade Fashion: Oktober – Grau

Selmin, weißt du eigentlich, was du mit der Oktober-Farbe für die 12 Colours of Handmade Fashion angerichtet hast? Bei mir jedenfalls einen veritablen Nähexzess!

Grau ist eine Farbe, die in meinem Kleiderschrank schon immer eine Hauptrolle spielte. Sie ist klassisch, cool, edel und eigentlich kann man mit ihr nie was falsch machen. Nur verschiedene Grautöne erfolgreich miteinander zu kombinieren, kann sich manchmal schwieriger gestalten, als zu vermuten wäre. Ansonsten geht Grau mit wahnsinnig vielen anderen Farben, weshalb sich graue Kleidungsstücke perfekt zum Kombinieren eignen.

So verwundert es nicht, dass ich Anfang Oktober eine ganze Reihe grauer Stoffe in meinem Vorrat fand. Bei allen handelte es sich jedoch um klassische Sommerware. Mit dem Herbst vor der Tür hatte ich allerdings Lust, wärmeres Material zu verarbeiten. Also bestellte ich kurzerhand bei Anita Pavani noch zwei italienische Strickstoffe: Wooly, einen grau meliertem Fischgrat von Prada – leicht elastisch, warm und weich –, und Solana, einen anthrazitfarbenen wollig-wärmenden Strickstoff mit bequemer Dehnbarkeit von B…b…y.

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Meinen Näh-Oktober begann ich aber dennoch mit einigen grauen Vorräten. Schon seit geraumer Zeit lag ein graues Kleid auf dem Upcycling-Stapel, das mir eigentlich immer schon ein Stück zu klein war und dessen Stoff geradezu danach schrie, in ein Hayden-Shirt vom Seamwork Magazine umgearbeitet zu werden. Leider habe ich in meinem Elan die mir zur Verfügung stehende Stoffmenge heillos überschätzt, sodass ich am Ende auch noch den letzten Abnäher auftrennen und wild stückeln musste, um die kleine Bluse überhaupt fertigzubekommen. Hübsch ist sie, aber sehr sommerlich, und leider sieht man die alten Nähte, deshalb habe ich es mir erspart ausführlich Fotos zu machen. Das hier muss für einen allgemeinen Eindruck reichen. 😉

img_0321Danach machte ich mich an eine weitere Bluse von Seamwork: York, ein absoluter Klassiker. Schön, schlicht, edel. Wie geschaffen für einen leichten bestickten Baumwollstoff, den ich bei einem Besuch bei meiner Mutter bei LTS Stoffe in Haar bei München gekauft hatte.

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Fürs Nähen der Bluse brauchte ich etwas länger als gedacht, denn York beinhaltet einige schöne, aber arbeitsintensive Details wie zum Beispiel Hongkong-Einfassungen an den angesetzten Ärmelmanschetten oder einen Halsabschluss, der in schmale Bindebändchen ausläuft.
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Als am sonntags dann endlich auch der letzte Saum gesäumt war, hatte ich kein Licht mehr zum Fotografieren. Das Shooting nachgeholt habe ich dann letztes Wochenende bei meiner Freundin Kerstin, mit der ich mich in Berlin zum gemeinsamen Nähen verabredet hatte. Als Model hat ihre Schneiderpuppe herhalten müssen, denn das Wetter war zu schlecht und die Zeit zu knapp für Aufnahmen im Freien.

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Das eigentliche Nähprojekt dieses Wochenendes war allerdings ein kleiner Raglanpullover aus dem grauen Prada-Strick. Als Basis dafür diente mir ein Prince-of-Wales-Top aus der nähtrends 8/16.

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Die Cropped-Version des ursprünglichen Schnittes ist raffiniert, aber kurze Oberteile stehen mir nicht und mit den 3/4-Ärmeln würde ich mich im Winter totfrieren. Also habe ich die Ärmel und den Torso jeweils ein gutes Stück verlängert.

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Das Ergebnis ist dadurch etwas konventioneller geraten, der edle Stoff sorgt aber dafür, dass der schlichte Pullover genügend Charakter besitzt. Allerdings ist eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem hellgrauen Walkwollepullover nicht von der Hand zu weisen. Ich glaub, ich sollte jetzt langsam mal damit aufhören, Raglanpullover mit kleinem Stehkragen zu nähen.

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Denkt jetzt nicht, das war schon alles in diesem Monat, ich war schließlich grauentfesselt! Zwischendrin habe ich noch schnell dem Oslo-Cardigan von Seamwork eine zweite Chance gegeben.

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Meine erste Version, die ich gemäß Maßtabelle in meiner Größe genäht hatte, war mir definitiv zu oversized und gehört inzwischen einer lieben Kollegin.

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Eine Größe kleiner und aus einem weich fließenden mittelgrauen Viskosejersey sitzt er nun perfekt und wird großartig zu Jeans ebenso wie über Kleidern aussehen. Nur für die kalte Jahreszeit ist er – wie auch schon die grauen Hayden und York – viel zu dünn.

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Nach dem ganzen Grau fühle ich mich nun zwar sehr gut angezogen, aber auch definitiv wieder bereit für etwas Farbe. Doch was steht jetzt noch aus? Nach meiner Rechnung fehlt Braun und auch Schwarz hatten wir noch nicht. Aber lassen wir uns einfach überraschen. Die letzten zehn Monate haben schließlich gezeigt, dass sich aus so ziemlich jeder Vorgabe etwas Spannendes zaubern lässt.

Habt alle noch einen goldenen Herbst!

Wiebke

5 Gedanken zu „12 Colours of Handmade Fashion: Oktober – Grau“

  1. Liebe Wiebke,
    Schlicht und elegant! Wunderschöne Teile hast du wieder genäht.
    Ich denke auch schon an die nächste Farbe und bin bei braun hängen geblieben. Bin gespannt 🙂
    Liebe Grüße Marion

    1. Liebe Marion,
      Braun fände ich eigentlich sehr nett. Ich hab hier nämlich einen dunkelbraunen Feincord liegen, der unbedingt ein A-Linien-Rock werden will 😊
      Liebe Grüße
      Wiebke

  2. Ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Tolle und zeitlose Modelle hast Du genäht, Kompliment! Es kommen sicherlich wieder wärmere Jahreszeiten, in denen Du die schönen Stücke tragen kannst.
    Orange ist überhaupt nicht mein Ding, aber Dein Umgang damit, und in Verbindung mit Grau, gefällt es mir sehr.
    viele Grüße!

    1. Liebe Susanne, das freut mich, dass dir die Stücke gefallen. Ich hatte auch sehr viel Spaß beim Nähen. Grau ist einfach für mich immer ein Selbstläufer. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende. Wiebke

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