12 Colours of Handmade Fashion: Juli – Rot

Rot, die Juli-Farbe der 12 Colours of Handmade Fashion, ist eigentlich ein Selbstläufer bei mir. Normalerweise fühle ich mich in Signalfarben verkleidet, anders in Rot, diese Farbe habe ich irgendwie immer schon gern getragen. Deshalb musste ich diesen Monat ausnahmsweise nicht sofort nach der Farb-Verkündung durch Selmin loslaufen und Stoffe kaufen, sondern konnte entspannt meine Vorräte durchwühlen in der beruhigenden Sicherheit, dass ich in der Vergangenheit mehr als nur ein rotes Stöffchen gehortet hatte.

Schnell fiel mir ein wunderbarer roter Sommerstoff in die Hände: eine relativ schwer fallende, fast schon samtige sattrote Viskose mit einem unregelmäßigen weißen Punktmuster. Nach der aufwendigen Latz-Denim im letzten Monat war mir definitiv nach einem unkomplizierten Nähprojekt. Und was würde sich da im Hochsommer bei dieser Stoffwahl eher anbieten als ein kleines Top? Die aktuelle La Maison Victor hatte mit dem Schnitt Malia auch gleich was Passendes parat: schlicht und dennoch mit dem gewissen Etwas durch eine raffinierte Raffung an den Brustabnähern, wodurch die Bluse  eine bequeme Weite und einen lockeren Fall bekommt. Und ebenso schön allein getragen an heißen Tagen wie unter Blazer oder Strickjacke im Büro oder abends.

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Das Magazin bewarb das Modell mit „1-2-3 fertig“ und ich habe dem eigentlich nichts weiter hinzuzufügen, so unspektakulär reibungslos verlief die Anfertigung dank der wie immer exzellenten Anleitung.

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Die rote Punkte-Viskose war die perfekte Stoffwahl für diesen Schnitt. Sie fällt wunderbar weich, schwingt bei jeder Bewegung mit und fühlt sich bei heißen Temperaturen herrlich kühl auf der Haut an. Und das Rot? Was soll ich sagen? Diese satte Farbe geht einfach immer und zu jedem Anlass. Sie macht gute Laune, ist energiegeladen und elegant zugleich. Einfach ein echtes Statement!

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Zusammenfassung

Schnitt: Malia aus der La Maison Victor 4/2017
Stoff: mittelschwer fallende Viskose von Karstadt


Wie schon im Mai konnte ich es auch diesen Monat nicht bei einem roten Teil belassen: 1. war das Blüschen einfach viel zu flott genäht, 2. hatte ich doch gar nicht so viel Rotes im Schrank wie gedacht (und benötigt) und 3. kam wieder einmal ein netter Sew-along daher (und denen kann ich bekanntlich ja nur sehr schwer widerstehen).

Bei Letzterem handelte es sich um das von Elke in ihrer Facebook-Gruppe initiierte gemeinsame Shorts-Nähen. Bis vor nicht allzu langer Zeit gingen Shorts für mich eigentlich gar nicht: zu käsig die Beine, zu knubbelig die Knie, von Cellulitis, Schwangerschaftsstreifen (und das, obwohl ich nie schwanger gewesen bin!) und Besenreißern mal ganz zu schweigen. An anderen fand ich die kurzen Hosen allerdings immer sehr kleidsam – und so praktisch, gerade im Sommer. Was mich schließlich vor Kurzem doch dazu bewegte, Shorts eine Chance zu geben, war schlicht und ergreifend die Tatsache, dass man dafür nur sehr wenig Stoff braucht.

Im Rahmen des LeinenSewAlongs (ich berichtete hier) kramte ich aus meinen Stoffbergen unter anderem drei IKEA-Kissenbezüge mit wunderbaren großen bunten Punkten hervor – viel zu schade „nur“ für Täschchen oder Beutel, wie ich fand, aber auch etwas zu schwer für ein Oberteil. In jedem Fall aber zu wenig Material für einen knielangen Rock oder gar eine lange Hose. Da blieb nicht viel mehr übrig als ein Minirock oder Shorts – und Minirock geht nur wirklich gar nicht für mich. Todesmutig hab ich mich also an mein erstes Kurze-Hosen-Projekt gemacht, und siehe da: Das Ergebnis war absolut vorzeigbar und ich in den Goji-Shorts von Deer and Doe gar nicht mal so unansehnlich. Zu offiziellen Anlässen würde ich sie nicht tragen, aber im Haus und zum Eisholen und Kaffeetrinken im Viertel fühle ich mich darin sehr wohl.

Als Elke Anfang Juli zum gemeinsamen Shortsnähen aufrief, fühlte ich mich demzufolge sofort angesprochen. Netterweise hatte sie gleich auch noch eine Liste mit aktuellen Schnitten zusammengestellt, sodass dem schnellen Loslegen nichts im Wege stand. Die Julika von Prülla war mir in letzter Zeit schon häufig begegnet und versprach, ein flottes kleine Nähprojekt zu werden. Jerseys waren auch im Haus – also nichts wie ran an die Maschine. Entstanden sind schließlich zwei Julika-Shorts (1x schwarz, 1x grau gestreift), unkompliziert beim Nähen ebenso wie beim Tragen, superbequem und echt niedlich. Und da sie sich wirklich schnell genäht haben, beschloss ich, mir für die grau gestreifte auch noch ein passendes (hier schlage ich endlich den Bogen zur Juli-Farbe der 12 Colours of Handmade Fashion!) ROT-graues Julika-Oberteil zu zaubern.

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Der rote Polojersey von Karstadt ist von sehr schöner Qualität. Das Rot aber ist leider ziemlich grell, so, als hätte man am Fernseher die Farbeinstellung zu hoch gedreht (im Kunstlicht bei Karstadt sah der Farbton definitiv anders aus). Da hilft es mir auch nicht, dass das zurzeit total angesagt zu sein scheint (jedenfalls sehe ich überall Frauen in so grell roten Klamotten). Da ich jetzt aber nunmal auf anderthalb Metern von diesem Stoff saß, musste auch was draus genäht werden. Ich hatte gehofft, dass das Rot in Verbindung mit dem Grau etwas gefälliger erscheinen würde, es hat aber nichts von seiner „Schlagkraft“ eingebüßt. Vielmehr fühle ich mich mit meinem Julika-Zweiteiler nun farblich zurück in die 80er katapultiert, wo ich so eine Kombi total hip fand. Ja, die Geschmäcker ändern sich mit der Zeit …

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Genäht hat sich das Oberteil wie auch schon die Shorts schnell und unkompliziert. Die Anleitung ist ausführlich und bebildert, so dass an keiner Stelle Fragen aufkamen. Für den hinteren Ausschnitt gibt es neben der Schlitzvariante als weitere Option eine überlappende Rückenöffnung.

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Überhaupt bietet Prülla mit ihrer Julika jede Menge Spielraum für Variationen und Experimente: Jumpsuit oder Zweiteiler, lange oder kurze Hose, uni oder als Stoffkombination – wer für den Sommer ein superbequemes Kleidungsstück für Haus, Garten oder Strand sucht, kann hier nichts falsch machen. Und im Internet habe ich durchaus auch bürotaugliche Versionen gesehen.

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Ich selbst werde mein grau-rotes 80er-Jahre-Wunder wohl eher nur zu Hause anziehen. Hier wird mir die Kombi bei der nächsten Hitzewelle aber garantiert sehr gute Dienste leisten.


Zusammenfassung

Schnitt: Julika (Shorts und Oberteil) von Prülla
Stoff: grau gestreift – Jersey (100 % Baumwolle), rot – Polojersey (100 % Baumwolle); beides von Karstadt


Die letzten Tage nahm die Frequenz der roten Teaser bei Instagram & Co. zu. Jetzt will ich doch mal schauen, wie die anderen Ladies in Red sich heute so bei Tweed & Greet und RUMS präsentieren.

Habt weiter einen tollen Sommer!
Wiebke

8 Gedanken zu „12 Colours of Handmade Fashion: Juli – Rot“

  1. Liebe Wiebke,
    das Top von LMV hatte ich auch schon im Blick. Es ist sehr schön geworden. Und Punkte gehen auch immer!
    Deine Sommerkombi ist klasse!
    Liebe Grüße Marion

  2. Liebe Wiebke,

    was für tolle rote Sachen! Dein Punkte Top gefällt mir richtig gut… das hätte ich auch gerne! Aber auch deine Julika sieht toll aus. Die steht bei mir auch noch auf dem Nähplan.

    Steht dir alles ausgezeichnet!

    Liebe Grüße aus Hamburg nach Hamburg!
    Jenni

    1. Liebe Jenni,
      vielen Dank für das Kompliment! 😊
      Beide bzw. alle drei Stücke (die Julika ist ja ein Zweiteiler) nöhen sich wirklich super easy. Also ran an die Maschine! Bald wird es auch bei uns im Norden bestimmt noch mal wärmer für diese schönen Sommerteilchen.
      LG
      Wiebke

  3. Das Pünktchen-Shirt gefällt mir total gut – vielleicht ist das der letzte Schubs, um mir auch das Muster aus der LMV mal vorzunehmen. Und die Shorts-Kombi kommt zumindest auf den Fotos gar nicht so knallig rüber, sondern einfach nur fröhlich-sommerlich. Das kann man ja immer brauchen ;o)

    1. Danke, Ulla! Was ich jetzt hier in Hamburg vor allem brauche, ist ein bisschen wärmeres Wetter, sonst frier ich mich in den Sommerteilchen tot 😉
      Aber mach auf jeden Fall das Malia-Shirt. Es ist auf jeden Fall an einem Nachmittag genäht, trägt sich superangenehm und lässt sich perfekt zu Rock und Hose kombinieren.

  4. Liebe Wiebke, mir gefallen deine roten Teile sehr gut! Besonders die Punkte haben es mir angetan… ich hoffe, das Wetter in Hamburg wird bald wieder schön, damit du die Sachen auch ohne Friesennerz tragen kannst! Viele liebe Grüße, Ute von sewundso.de

    1. Danke, Ute! Die Punkte finde ich auch ganz hinreißend und das Blüschen trägt sich auch bei den aktuellen Hamburger Temperaturen angenehm unter einer Strickjacke. 😉 Ich hoffe aber auch auf noch etwas wärmeres Wetter im August. Der Herbst kommt ja schließlich noch früh genug.
      LG
      Wiebke

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