Was bisher geschah: 1 Jahr nähen

Wahnsinn – nun ist es fast ein Jahr her, dass ich mit dem Nähen begonnen habe! Im Winter 2015 fing ich mir irgendwo den Nähvirus ein: Immer interessierter beäugte ich Beiträge von Näherinnen auf Instagram, guckte beim Sockenwollkauf bei Karstadt in der Kurzwarenabteilung vorbei und recherchierte im Internet nach guten und günstigen Einsteigernähmaschinen. 

Handarbeiten lag mir, das wusste ich. Ich strickte in jeder freien Minute, ab und an wurde auch mal gehäkelt und jüngst hatte ich sogar „Modern Embroidery“ für mich entdeckt. Nur mit dem Nähen war ich bislang überhaupt nicht warm geworden. Deshalb stimmte mich mein plötzlich aufgeflammtes Interesse auch ein wenig skeptisch: Auf keinen Fall wollte ich zu viel investieren, wenn nicht klar war, ob ich auch bei der Stange bleiben würde. Aber die Maschine durfte auch kein Trash sein, eine reelle Chance geben wollte ich dem potenziellen neuen Hobby schon.

Letztlich wurde mir die Entscheidung abgenommen, denn zu meinem Geburtstag schenkte mir mein Liebster eine N 1236/61 von W6. Und von da an gabs kein Halten mehr! Ich kaufte gefühlt die Nähbuchabteilung von Thalia leer und bei Karstadt erstand ich eine umfangreiche Grundausstattung an Zubehör. Außerdem raffte ich planlos Stoffe zusammen, die mir gefielen … ohne auch nur irgendwas über die verschiedenen Materialien zu wissen (das sollte sich später noch rächen). IKEA, Karstadt, Frau Tulpe – keine Stoffabteilung war vor mir sicher.

Meine ersten Nähversuche machte ich mit dem schönen „Cath Kidston Nähbuch“, das viele nette kleine Projekte (aber leider auch die eine oder andere fehlerhafte Anleitung) enthielt. Mit schweißnassen Händen vor Aufregung (seit langer Zeit lernte ich mal wieder etwas von Grund auf neu!) nähte ich so eine Nähmaschinendecke und -hülle. Es folgten ein Federmäppchen, kleine Portemonnaies, ein Bento-Beutel, ein Lunchbag und eine Hülle für meinen Thermobecher.

Danach fühlte ich mich reif für das erste Kleidungsstück – das auch prompt in die Hose ging. Ich hatte mir bei Akiko eine sündhaft teure japanische Baumwolle ausgesucht, dazu ein einfaches Kimono-Shirt aus der Ottobre. Vom Schnitt her war das Teil für mich weitestgehend zu bewältigen, aber meine mangelnden Erfahrungen in puncto Materialauswahl grätschten mir dazwischen. Das Original war aus einer leicht fallenden Viskose; meine recht feste Baumwolle machte das Shirt zu eine kleinen, starren Rüstung. Dazu kam, dass ich irgendwas mit der Schrägbandeinfassung am Hals falsch machte, sodass der Ausschnitt nach außen abstand. Ich hab noch versucht, was zu reparieren und auf den Fotos sieht’s auch gar nocht so schlecht aus, aber in der Praxis tragbar war das Shirt nicht.

Obwohl ich maßlos enttäuscht war, das neue Teil nicht gleich stolz aller Welt präsentieren zu können (einmal hatte ich es zum Einkaufen an), sah ich doch vage die Möglichkeit, mit ein bisschen Übung und etwas mehr Überlegung (wie sagt meine Mutter immer: „Erst denken, dann nähen!“) doch noch hübsche Kleidungsstücke herzustellen. Und so machte ich einfach weiter. Es folgten weitere Fehlproduktionen und viele Stücke mit groben handwerklichen Schnitzern, aber von mal zu mal lernte ich dazu und wurde sicherer.

Was mir im letzten Jahr gut gelungen ist, werde euch in weiteren Beiträgen noch genauer vorstellen. Für diese Woche schließen möchte ich mit einem kleinen Sneak Peek auf meinen Beitrag zur Februar-Challenge von 12 Colours of Handmade Fashion: ein maritimes Timpee Tee von Schneidernmeistern, von dem ich übernächste Woche in Nordjütland hoffentlich stimmungsvolle Fotos machen kann.

Habt eine schöne Woche!

Wiebke

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