Namaste!

Oder: eine Yogatasche gegen den inneren Schweinehund – auch beim Bloggen

Bloggen fällt mir zurzeit schwer (habt ihr wahrscheinlich gemerkt). Ich weiß nicht recht, woran es liegt: Ich bin fleißig am Nähen und Stricken, und sogar ein wenig gestickt hab ich.

 

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Sashiko nach einem auf den Stoff gedruckten Muster.

Daneben haben wir im Nachklapp des Nähcamps eine Hamburger Nähgruppe gegründet – die Sewaholics (hallo, Ann-Christin, Luise, Meike und Sandra!) – und in dieser Runde sehr erfolgreich ein Hosen-Passformseminar mit der ausgesprochen netten und kompetenten Susanne Andrée organisiert und abgehalten. Es gäbe also jede Menge Stoff (im wahrsten Sinne des Wortes) zum Erzählen … und trotzdem konnte ich mich nie recht dazu aufraffen. Ich befürchte es lag vor allem am Fotografieren.

Um meine Kreationen zu dokumentieren, begebe ich mich normalerweise mit Stativ und Fernauslöser in unseren Hausflur, wo ich einen möglichst ruhigen Moment abwarte, um mich „in Montur“ abzulichten. Dem folgt das Aussortieren des ganzen visuellen Ausschusses und das Bearbeiten der wenigen guten Bilder. Shootings in freier Wildbahn sind mir immer irgendwie peinlich und ich bin froh, wenn die Situation vorbei ist. Versteht mich nicht falsch: Ich bin wirklich stolz auf das, was ich mit meinen eigenen Händen herstelle, und ich stehe auch voll und ganz zu den größeren und kleineren Unzulänglichkeiten meiner Werke. Mich selbst sehe ich darin allerdings nicht so gern und komme mir als Model immer recht linkisch vor. Nun ja, wie dem auch sei, jedenfalls hat es mich in den letzten Wochen nicht besonders in den Flur gezogen, um meine Versionen der Kleider Moneta von Colette (nicht so gelungen – falscher Stoff, nicht so mein Schnitt) und Joy aus der La Maison Victor (sehr hübsch geworden – großartiger, weich fallender italienischer Jersey, nur an die großen Punkte des Musters muss ich mich noch ein bisschen gewöhnen) abzulichten.

Vielleicht finde ich ja wieder mehr Spaß am Fotografieren, wenn ich mit ein bisschen Abstand aus dem Urlaub zurück bin. Es geht nach Belgien und Holland und ich bin fest entschlossen, bei der Gelegenheit auch den einen oder anderen Stoff- und Wollladen zu besuchen. Ein absolutes Muss sind natürlich Stephen & Penelope in Amsterdam und Ja, Wol in Rotterdam, aber habt ihr ansonsten noch weitere Geheimtipps für mich?

Wäre da nicht mein Entschluss gewesen, endlich etwas für meine Gesundheit zu tun und mit Yoga anzufangen, wer weiß, wann ihr dann an dieser Stelle mal wieder was von mir zu lesen bekommen hättet. Aber für einen Yogakurs braucht man ja auch eine Yogamatte. Und die braucht natürlich eine passende Tasche! Dass ich die nicht von der Stange kaufen wollte, war klar.

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Aus einem frühen Turnbeutelprojekt hatte ich noch schönen zweifarbigen Canvas, D-Ringe und Kordel wurden flugs besorgt, dann legte ich auch schon los. Als Basis diente mir ein YouTube-Video von Burda, dem ich weitestgehend gefolgt bin – lediglich den Tragegurt habe ich abweichend aus dem Taschenstoff genäht.

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Die Tasche selbst war ruck, zuck fertig. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war die absolute Rutschfestigkeit von Naturkautschuk. Maßgenommen hatte ich nämlich an der Matte in ihrer – schön rutschigen – Originalplastikverpackung. Als die weg war, bewegte sich die Matte in Verbindung mit dem Canvas nur sehr widerwillig – sowohl in die Tasche hinein als auch aus dieser hinaus. Ich sah mich schon vor meinem inneren Auge als Letzte im Gymnastikraum, die Lichter werden gelöscht und ich versuche immer noch, meine Matte wieder in seine hippe selbst gemachte Hülle zu bekommen: eine DIY-Katastrophe, was die Außenwirkung angeht!

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Gott sei Dank, kam mein Mann auf die geniale Idee, aus dem Futterstoff, den ich bislang nur für den oberen Verschluss verwendet hatte, ein Deckchen zu nähen, das beim Aufrollen der Matte am Ende miterfasst wird und dann schließlich um die gesamte Matte herumgerollt wird. Auf diese Weise flutscht die Matte gut in die Hülle und kommt auch wieder raus, selbst wenn sich die Rolle in der Zwischenzeit wieder etwas gelockert hat.

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Inzwischen haben Yogatasche und -matte ihren ersten Einsatz mit Bravour erledigt, und ich freue mich sehr darüber, jetzt mit einem einzigartigen Stück über der Schulter zu meinen Kursen zu spazieren.

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Und einen weiteren schlagenden Vorteil hat die Yogatasche: Sie lässt sich sehr schön unkompliziert fotografieren. 🙂

Namaste!

3 Gedanken zu „Namaste!“

  1. Liebe Wiebke,
    wie schön wieder von dir zu lesen. Auf Instagram habe ich deine super schönen Strickarbeiten bewundert. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass du nichts mehr werkelst…
    Ach ja und die Fotos, das ist auch bei mir das leidige Thema, immer noch ein Buch mit vielen Siegeln.
    Liebe Grüße Marion

    Schönen Urlaub!

  2. Ha! Die ist wirklich sehr stylisch geworden liebe Wiebke!
    Und mit den Fotos kann ich helfen – ich freu mich dir bei der Ablichtung deiner Werke zu helfen und uns allen so öfter etwas Prosa auf deinem Blog zu verschaffen!
    Bon voyage!
    Ann-Christin

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