Nähcamp Hamburg 2018 und Tessa-Jeans

Es war ruhig (wenn nicht sogar grabesstill) die letzten Wochen hier bei HOHELUFT handmade. Nicht mal einen Wochenrückblick gab es. Und das, obwohl ich gar nicht mal unproduktiv war, nur hat fürs Bloggen einfach die Zeit – und auch die Energie – gefehlt. Wenn ich mich aber so in der Internetnähgemeinde umschaue, bin ich damit zumindest nicht ganz allein.

So sehr ich Selmins Aktion 12 Colours of Handmade Fashion geliebt habe, so sehr hat mich gegen Ende des letzten Jahres die (selbst auferlegte) Verpflichtung, zum 27. jedes Monats nicht nur ein thematisch passendes Kleidungsstück zu nähen, sondern auch mit entsprechenden Bilder zu verbloggen, unter Druck gesetzt. Wie immer in dieser Jahreszeit nehmen die Termine zu, Geschenke wollen produziert, Plätzchen gebacken und Freunde und Verwandte besucht werden, dazu ist auch beruflich, wie man so schön neudeutsch sagt, „high season“. Sprich: Die wirkliche freie Zeit schrumpft auf ein Minimum zusammen, von Besinnlichkeit mal ganz zu schweigen. Ich habe dann kurzerhand letzten Monat einen schon vor Langem fertig gestellten schwarzen Pullover präsentiert, für den ich vor allem keine Fotos mehr machen musste (noch so ein Stressfaktor in der dunklen, nasskalten Jahreszeit) – und damit war dann offensichtlich meine komplette für den Blog zur Verfügung stehende Energie aufgebraucht.

Aber nicht nur beim Bloggen, auch beim Nähen schien mir Anfang Januar über den Jahreswechsel irgendwie die Puste ausgegangen zu sein. Stricken ging (aber stricken geht ja eigentlich immer), wenngleich auch nicht in gewohnter Intensität. Daneben hab ich ein bisschen gestickt und ansonsten versucht, mithilfe von Fredis schönen Vorlagen zumindest einen Nähplaner für 2018 anzulegen (Stoffe und Schnitte samt Ideen sind ja wirklich zuhauf vorhanden). Doch so sehr ich alle da draußen beneide, die gerade bei Instagram & Co. ihre wunderschönen Sewing Planner und Notizbücher präsentieren und so Struktur in ihren Nähalltag bringen, so wenig scheint dieses Prinzip für mich zu funktionieren. Am Anfang bin ich immer hochmotiviert, aber dann bereue ich ganz schnell die auf diese Weise investierte Zeit, die mir für das wirkliche Werkeln verloren geht, und der Planer wandert in die Ecke. Ich sollte mich einfach langsam damit abfinden, dass ich mein Leben lang mehr oder weniger ungeplant vor mich hin nähen werde.

Ernsthaft Sorgen um meine Nähmotivation hab ich mir allerdings zu keiner Zeit gemacht, denn ich wusste, dass am letzten Januar-Wochenende ein absolutes Näh-Highlight auf mich wartete: das Hamburger Nähcamp von Elle Puls. Viermal hat Elke bereits in Berlin einen Rundum-sorglos-Rahmen für begeisterte Hobbyschneiderinnen organisiert, damit diese einmal ganz ungestört von allen familiären und sonstigen Verpflichtungen zwei Tage nur nähen (und quatschen) konnten. Dieses Angebot wurde in der Vergangenheit so gut angenommen, dass Elke sich entschlossen hat, 2018 Nähcamps auch in anderen Teilen der Republik anzubieten. Mit Hamburg ging es im Januar los, im Anschluss folgen noch Bremen, Berlin, Stuttgart, Dortmund, München, Kassel, Düsseldorf, Leipzig und Frankfurt.

Drei Wochen vor dem eigentlichen Termin eröffnet Elke immer eine geschlossene Facebook-Gruppe für die Teilnehmerinnen des jeweiligen Nähcamps, die für allgemeine Fragen, zum Schon-mal-Kennenlernen und zum allgemeinen Austausch dient. Sehr nützlich, kann ich euch sagen! Für Hamburg wurden zum Beispiel Mitfahrgelegenheiten organisiert. (Danke, Ann-Christin, für den tollen Fahrdienst-Service!) Ein bis zwei Wochen, bevor es losgeht, wird man dann schon mal mit digitalen Goodies verwöhnt. Ja, ihr habt richtig gehört, es gibt was geschenkt – und nicht zu knapp! Für die Nähcamps hat Elke 2018 tolle Sponsoren gewinnen können. So haben wir Gutscheincodes bzw. Downloadlinks für Schnittmuster von schneidernmeistern, Anniway Schnittmuster, kreativlabor Berlin, Näh-Connection und schnittchen patterns erhalten, was die Vorfreude natürlich noch mehr ankurbelte und für einen wahren Inspirationsschub sorgte.

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Noch mehr Anregung bekamen wir dann beim „Vorglühen“ am Freitagabend vor dem eigentlichen Näh-Event: beim exklusiven Nähcamp-Stoffe-Shoppen bei Mahler Stoffe. Betreut vom ebenso kompetenten wie freundlichen Mahler-Team, durften wir außerhalb der eigentlichen Geschäftszeiten nach Herzenslust in Stoffen wühlen, Fragen stellen und zu Sonderkonditionen Material kaufen. Daneben blieb viel Zeit zum gegenseitigen Beschnuppern und Fachsimpeln. Es ist schon verrückt, wie vertraut einem viele Menschen sein können, die man bis dahin nur übers Internet kannte (die meisten davon sogar nur von Bildern und Beiträgen). Und wie einfach und bereichernd es ist, mit ihnen im echten Leben in echten Kontakt zu kommen. Das war überhaupt eine meiner schönsten Erfahrungen bei diesem Nähcamp!

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Am Samstagmorgen ging es dann endlich los mit dem Nähen. Bereits um 8 Uhr stand uns der große, helle Raum im NH Hotel Horner Rennbahn zur Verfügung zum Aufbauen des Equipments, um 9 Uhr erfolgte der offizielle Startschuss. Spätestens jetzt begannen die Nähmaschinen, Over- und Coverlocks geschäftig zu rattern. Die Vielfalt der Nähprojekte war riesig und reichte von Shirts und Jerseykleidern über Hosen bis hin zu gefütterten Outdoorjacken. Spannend war auch zu sehen, wie sich innerhalb der großen Gruppe bereits schnell kleinere Nähgemeinschaften bildeten.

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Für mich startete der erste Tag allerdings nicht mit Nähen, sondern mit einem Workshop. Jede Teilnehmerin hatte sich im Vorfeld für einen von drei Workshops anmelden können. Zur Auswahl standen „Jeans“ bei Kira von The Couture,  „Knotenshirt“ bei Elke selbst und „Schnittanpassung“ bei Meike von crafteln. Da Hosen beim Nähen immer noch mein absoluter Angstgegner sind, war klar, welchen Kurs ich belegen würde. Wohl wissend, dass ich auf Expertenhilfe bauen konnte, hatte ich mir fürs Nähcamp die schöne Tessa-Jeans mit hohem Bund in der Variante mit schmal zulaufendem Bein vom Seamwork Magazine ausgesucht. Genug Stoff hatte ich noch vom Stoffmarkt Holland aus meinem Latzhosen-Projekt für die 12 Colours of Handmade Fashion. Bei dem wäre es preislich auch nicht ganz so dramatisch, wenn der erste Versuch im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose gehen würde – bei Mahler hatte ich am Vorabend für eine zweite Version gleich schoh mal prophylktisch einen guten dunkelgrauen Denim mit etwas Elasthan erstanden.

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Unten rechts: Kira von The Couture.

Kira widmete sich in ihrem 4-stündigen Workshop dann ausführlich insbesondere dem, was die Hobbyschneiderin beim Hosennähen in der Regel zur Verzweiflung treibt: dem Hosenschlitz mit Ober- und Untertritt sowie allen Facetten der möglichen Passformprobleme – und wie man ihrer Herr wird. Das war ganz genau, was ich brauchte. Bei meiner letzten Hose hatte ich mir einen abgewürgt beim Versuch den Reißverschluss ordentlich einzupassen und selbst bei gekauften Hosen fiel es mir in der Vergangenheit schwer eine zu finden, die mir rundherum gut passt. Irgendwie zwickte es immer irgendwo, während es woanders beulte und schlabberte. Dank Kiras Hand-out, das auf ihrem kürzlich erschienenen Jeansworkshop basiert, weiß ich nun genau, wo ich was am Ausgangsschnitt ändern muss, wenn die Probehose Problembereiche aufweist. Aber um die Probehose kommt man nicht rum, das weiß ich nun auch nach dem Workshop – und nach den zwei Tagen Jeans-Nähen im Nähcamp.

Voller Elan setzte ich mich am Samstag um 13 Uhr an meine Nähmaschine. Alle um mich herum, die nicht an Kiras Kurs teilgenommen hatten, hatten gefühlt mindestens schon ein Shirt oder Jerseykleid fertig. Und ich saß noch immer vor meinem Stapel zu Hause zugeschnittener und versäuberter Einzelteile (aus Bequemlichkeit hatte ich nämlich bewusst darauf verzichtet neben der Nähmaschine auch noch meine Overlock mitzunehmen). Natürlich wollte auch ich am Sonntagnachmittag mit einem fertigen Kleidungsstück nach Hause gehen, also beschloss ich, die Jeans gleich „richtig“, das heißt mit Ziernähten, Münztasche und Reißverschluss, und nicht als Probehose zu nähen. Würde schon gutgehen, schließlich hatte ich mich ja ordentlich ausgemessen. Dachte ich.

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Die ersten Schritte (Taschen nähen und auf Vorder- und Rückseite der Hose nähen) ging noch reibungslos vonstatten. Dann kam der Reißverschluss und warf mich komplett aus der Bahn. Wir hatten gerade mit Kira anhand einer tollen bebilderten Anleitung einen Probereißverschluss für eine Jeans genäht, also fühlte ich mich eigentlich top vorbereitet. In der amerikanischen Anleitung von Seamwork jedoch wurde alles anders gemacht und auch die Schnittteile sahen anders aus als bei Kiras. Das sorgte für einen derartigen Knoten in meinem Kopf, dass ich eine Stunde lang nur auf die Anleitung und die diversen Stoffteile starrte, versuchte, das bei Kira gelernte mit dem, was ich da las, zusammenzukriegen und zusehends verzweifelte. Ich war kurz davor, die Jeans in die Ecke zu pfeffern und am nächsten Tag was ganz Simples zu nähen, doch zum Glück gewann mein Stolz letztlich doch die Oberhand und ich beschloss, einen letzten Anlauf zu wagen, indem ich die Anleitung ignoriert und einfach alles so machte wie beim Probereißverschluss. Dazu schnitt ich die Originalschnittteile analog denen von Kiras Dummy zurecht und siehe da: Es klappte mit dem Reißverschluss und ich konnte weitermachen mit der Hose.

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Inzwischen war es allerdings schon Abend und ich war vollkommen durch. So kam es mir ganz recht, dass wir alle zusammen zum Abendessen aufbrachen. Nach einem kleinen Spaziergang gab es lecker Antipasti, Pizza und Wein beim Italiener bei supernetten Gesprächen. Genau das, was ich jetzt brauchte!

Ohne Workshop-Verpflichtung konnte ich den Sonntag voll und ganz dem Nähen widmen. Das war aber auch nötig, denn so eine Jeans hat nicht nur viele Teile, sondern auch jede Menge doppelte Ziernähte, denen man sich mit Sorgfalt widmen muss, soll am Ende nicht alles aussehen wie Kraut und Rüben. Ach ja, und Kappnähte gab es auch – noch so ein Zeitfresser. Gegen 14 Uhr war die Hose bis auf den Bund soweit fertig, sodass ich zur Anprobe schreiten konnte. Überhaupt sah man zu dieser Zeit immer mehr Frauen, die sich plötzlich ihre Kleidung vom Leib rissen, um gerade Genähtes anzuziehen. Ich wette, die männliche Servicekraft vom NH Hotel, die sich hingebungsvoll den ganzen Tag um unsere Getränke kümmerte, hatte am Abend zu Hause einiges zu erzählen. 😉

Die erste Anprobe ist ja immer so ein Zittermoment. Aber eine Tessa saß an den Beinen wie angegossen, nur von der Hüfte bis zur Taille war etwas mehr Spiel, was ich darauf zurückführte, dass der Bund ja noch nicht dran war. Außerdem hatte mein Stoff keinen Elasthan-Anteil, da durfte die Hose ja auch nicht zu eng sein, wollte ich damit einen Tag im Büro sitzend überleben. Also Bund ran und noch ein paar Ziernähte, bis 15.30 Uhr musste ich schließlich fertig sein. So viel vorab: Den Aufwand mit den Ziernähten hätte ich mir mal sparen sollen, dass hätte mir das Auftrennen später echt erleichtert. Die Jeans, die ich kurz nach 15 Uhr in Händen hielt (und sie sah wirklich aus wie eine richtige Jeans!) und anprobierte, war nämlich oben am Bund und auch an den Hüften ein gutes Stück zu weit. Nette Mitnäherinnen steckten mir noch schnell hinten im Kreuz einen Keil ab für die spätere Anpassung des Schnittes – und dann war das Nähcamp auch schon vorbei! 🙁

Erschöpft, aber auch ein bisschen stolz, wollte ich die Jeans zunächst als Probehose mit kleinen Fehlern so belassen, wie sie war, und die Mehrweite oben durch einen Gürtel bändigen. Noch mal den ganzen Bund (samt Gürtelschlaufen!) abzutrennen, war zu diesem Zeitpunkt für mich absolut nicht denkbar. Eine weitere Anprobe zu Hause machte dann allerdings deutlich, dass der Schnitt überhaupt nicht dazu geeignet war, 8 cm zu viel am Bund und immer noch rund 4 cm zu viel auf Hüfthöhe zu tolerieren. Es musste also definitiv geändert werden. Nachdem ich einen Moment lang mit dem Gedanken geliebäugelt hatte, die gesamte hintere Mitte aufzutrennen und dabei einfach durch den fertigen Bund zu schneiden, hatte ich ein Wochenende später schließlich so viel Abstand, dass ich doch noch die Ziernähte auf- und Gürtelschlaufen sowie Bund abtrennte, um auf dieser Grundlage handwerklich sauberer zur Weitenreduzierung schreiten zu können.

Der Aufwand hat sich gelohnt, denn inzwischen kann ich meine Tessa tragen. Sie sitzt knackig an den Beinen und am Po und hat in der Taille gerade so viel Mehrweite, dass längeres Sitzen problemlos möglich ist. Allerdings ist die brachiale nachträgliche Schnittkorrektur auch nicht ohne Spuren geblieben: Gerade im vorderen Bereich wirft die Hose ein paar ungewollte Falten und es ist mir auch nicht gelungen, bei zweiten Anlauf den Reißverschluss ganz korrekt in den Bund einzufassen. Darüber hinaus ist eine Hose mit so hohem Bund auch nur bedingt figurschmeichelnd (aber das hätte ich mir auch vorher denken können).

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Da ich aber Jeans sowieso fast nie mit reingestecktem Oberteil trage, wird meine Tessa nicht das Schicksal einer reinen Probehose ereilen. Mit einem Pullover drüber, der meine und Tessa Problemzonen kaschiert, sieht sie nämlich richtig gut aus. 🙂

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Bei der nächsten Version werde ich allerdings im Vorfeld gründlich den Papierschnitt anpassen, damit ich mir die aufwendige Änderung am fertigen Kleidungsstück spare. Und dieses Mal werde ich nicht allein im stillen Kämmerlein vor diesen Problem stehen. Aus dem Nähcamp Hamburg heraus hat sich nämlich eine kleine Hamburger Nähgruppe gebildet, und wir haben auch schon einen Termin mit einer Schnittdirectrice, die uns beibringen will, wie wir Grundschnitte direkt auf unsere Figur anpassen. Ann-Christin und Luise, ich freue mich schon wahnsinnig darauf, mit euch zu nähen. Hamburg sews – yeah!

Und danke noch einmal auch dir, Elke, dafür, dass du es uns mit dem Nähcamp ermöglichst hast, uns ein paar Tage lang ganz aufs Nähen zu konzentrieren und unsere virtuellen Kontakte aus der Online-Näh-Community ins reale Leben zu tragen und dort zu verfestigen. Ich hoffe, nächstes Jahr veranstaltest du in Hamburg wieder ein Nähcamp. Und wenn nicht, muss ich halt dahin fahren, wo es eins gibt.

Noch immer ganz beseelte Grüße aus Hamburg

Wiebke

Verlinkt mit: RUMS

12 Colours of Handmade Fashion: Dezember – Schwarz

Mit dem heutigen Tag liegen sie hinter uns, die 12 Colours of Handmade Fashion, und dank Selmins großartiger Aktion können wir alle auf eine Reihe von farbenfrohen Kreationen zurückblicken, die unsere bestehende Garderobe um Passendes ergänzt, aber auch um Ungewöhnliches erweitert haben. Denn eines ist klar: Die 12 Colours haben uns alle dazu bewegt, auch mal über den Tellerrand des Bekannten, Bequemen und Bewährten hinauszuschauen und in Sachen Kleidung Neues zu wagen. Ich für meinen Teil muss zugeben, dass nicht alles, was dabei im zurückliegenden Jahr entstanden ist, auch im Dauereinsatz ist. Aber zumindest hat mich in diesen Fällen das Nähen technisch weitergebracht und ich habe gelernt, was für mich geht und was eben nicht. Für das kommende Jahr gilt es nun, diese Erkenntnisse bei der Kleidungsproduktion anzuwenden und wirklich nur noch das zu nähen, was auch gebraucht wird.

Eigentlich hatte ich vor, für das Finale der 12 Colours of Handmade Fashion etwas ganz Besonderes zu schneidern und zu präsentieren. Leider ist mir da allerdings der Dezember-Alltag mit seinen ganz speziellen Rahmenbedingungen in die Quere gekommen. Ich habe zwar wie verrückt genäht und gestrickt, alles aber eher im Zeichen der Geschenkeproduktion. Entstanden sind drei Paar Fäustlinge, ein Paar Handstulpen, eine Mütze, Täschchen, ein Stifterollmäppchen und ein Wendebeutel. Nicht bzw. nur jeweils zur Hälfte fertig geworden sind dazu noch zwei Paar dicke Socken. Die diversen schwarzen Stoffe für Hosen oder Blusen blieben unangetastet im Regal. Ein zweites Mal während dieser Aktion muss ich also tricksen und auf etwas bereits längere Zeit Fertiggestelltes zurückgreifen, dass ich Ende letzten Jahres nur einmal kurz auf Instagram präsentiert habe.

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Der Twisted Rib Pullover ist eine der wenigen Anleitungen von Purl Soho, für die man bezahlen muss, aber ich muss sagen, jeder Cent der 12,50 $ hat sich gelohnt! Die Anleitung ist gut aufgebaut und fehlerfrei und der fertige Pullover sitzt wie angegossen.

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Die Anleitung kam just auf den Markt, als ich genau so ein Modell zu meinen eben nach einem Burda-Schnitt genähten Woll-Culottes suchte. Besonders gefallen hat mir dabei der etwas weiter gehaltene, aber dennoch halsnahe Rollkragen, die raffinierte Schulterkonstruktion sowie die kleinen seitlichen Schlitze. Durch die Rippen, die mit verschränkt gestrickten Maschen erzielt werden, ist der Pullover schön voluminös und warm, trägt aber komischerweise gar nicht böse auf.

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Schnell stricken tut sich das Muster allerdings wirklich nicht, darüber hinaus schluckt es eine gute Menge Garn. Um mich nicht zu verschulden, hab ich meine Wolle deshalb nicht in meinem liebsten lokalen Wollladen gekauft, sondern auf das Angebot von Drops zurückgegriffen. Das ist zwar weniger aufregend und charmant, als 800 Gramm Garn von zum Beispiel Brooklyn Tweed zu bestellen, kostet aber auch nur rund ein Zehntel. Vom Preis-Leistung-Verhältnis ist Drops ziemlich ungeschlagen. Für den Rollkragen-Sweater hab ich 16 50-g-Knäuel Drops Nepal (65 % Schurwolle, 35 % Alpaca, Lauflänge ca. 75 m auf 50 g) in Schwarz für schlappe 1,60 Euro pro Knäuel verwendet. Die Wolle strickt sich wunderbar, ist absolut form- und farbstabil und pillt so gut wie nicht. Es ist mir klar, dass bei den Produktionsbedingungen bei diesem Preis nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann. Da mein Budget aber nun einmal nicht immer für Materialkosten von 120 bis 150 Euro reicht, nehme ich das bei sehr materialintensiven Projekten zähneknirschend in Kauf. Und wenn ich gerade schon dabei bin, mir günstige Industriewolle schönzureden: Ein absoluter Vorteil von maschinell gefärbter Wolle ist, dass die Farbe in der Regel innerhalb einer Partie absolut gleichmäßig ist. Ich liebe zwar handgefärbte Wolle, bin aber gar kein Fan von der damit meist verbundenen Unregelmäßigkeit auf größeren Flächen.

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Jetzt bleibt mir nur noch, ein letztes Mal bei Tweed & Greet vorbeizuschauen und all die anderen schwarzen Kreationen dieses letzten Monats der 12 Colours of Handmade Fashion zu bewundern. Danke, Selmin, dass du uns so wunderbar durch das Jahr 2017 geleitet und zu kreativen Höchstleistungen angespornt hast! Ich bin gespannt, was 2018 in dieser Hinsicht so bringen wird. Einerseits bin ich nicht unglücklich über ein bisschen mehr terminliche Ungebundenheit, andererseits werde ich die monatliche Farbankündigungen und das Kreationsdefilee am 27. auch vermissen. Ende Januar wage ich etwas für mich ganz Neues: das Nähen in Gesellschaft! Ich habe mich nämlich zum Nähcamp von Ellepuls in Hamburg angemeldet und bin suuuuupergespannt darauf, was mich erwartet. Ich werde auf jeden Fall berichten.

Und nun, Ihr Lieben, kommt alle gut ins neue Jahr!

Liebe Grüße

Wiebke

 

Verlinkt mit: Tweed & Greet, Me Made Mittwoch

 

 

7 Tage, 7 Bilder (21): 11.–17.12.2017

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, zu Weihnachten so viel wie möglich Selbstgemachtes zu verschenken. Das macht Spaß, aber auch echt ganz schön Arbeit (aber wem sag ich das). So viel Arbeit, das ich letzte Woche nicht zum Wochenrückblicken gekommen bin. Selbst das Fotografieren meiner Werke blieb zwischenzeitlich auf der Strecke, weil die Fäustlinge (3 Paar hab ich produziert) in die Post mussten und es überdies andauernd viel zu dunkel war für ordentliche Fotos.

Dabei hatten daneben doch auch noch das Wolljäckchen im Chanel-Style und die Prülla-Jerika in Wintersweat ihren letzten Schliff bekommen. Diesen Sonntag schien die Sonne und der Mann konnte davon ein paar Fotos schießen.

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Die Jacke ist gut gelungen und sitzt, glaube ich, auch so, wie der Seamwork-Schnitt Lilliana es vorsieht, aber irgendwie hab ich immer Probleme mit Oversized-Modellen an mir. Ich hab ewig gebraucht, ein Outfit zu finden, in dem ich mir mit der Jacke nicht wie in einem Sack vorkam. So, ganz in Schwarz und mit einer weiten Hose, kann es für mich gehen und das Jäckchen wird wohl ab und an zu festlicheren Anlässen ausgeführt werden.

Sehr viel einfacher zu tragen für mich ist die Jerika von Prülla. Der Schnitt ist super. Sehr, sehr vielseitig und wandelbar. Denkbar in den unterschiedlichsten Stoffen, lang, kurz, mit oder ohne Kapuze. Nur die Anleitung war für meinen Geschmack ein bisschen zu handmade und wenig stringent. Die Hauptsache ist aber, dass die fertige Jacke sitzt wie ne Eins. Im Moment ist sie nicht warm genug für den Außeneinsatz, aber im Frühling wird sie garantiert andauernd zum Einsatz kommen.

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Aus den Stoffresten hab ich dann noch flink ein paar schlichte Weihnachtsanhänger genäht. Einfach zwei Bäumchen aufeinander mit ein bisschen Volumenvlies dazwischen, kappkantig abgesteppt, fertig. Ich sage euch, hier verkommt nichts von den wertvollen Rohstoffen! 🙂

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Als Nächstes stand ein kleines Auftragsprojekt von meiner Kollegin auf dem Programm, die sich einen Einkaufsbeutel wünschte. Perfekt dafür war die kostenlose Anleitung für den Wendeshopper Wendy von Pattydoo. Ich hätte so eine Tasche zwar auch irgendwie selbst zusammengezimmert bekommen, aber die Anleitungsvideos von Pattydoo sind wirklich gut gemacht und man entdeckt darin immer wieder kleine Kniffe und Tricks, selbst bei den ganz einfachen Stücken.

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Zwei Dinge machen mir an diesem Beutel besonders Freude: 1. dass ich die Reste der gepunkteten japanischen Baumwolle als Futter verwenden konnte, die ich für meine Hoya-Bluse vernäht hatte; 2. dass im Nähgarnbestand aus meiner Kurzwaren-Erbschaft eine Rolle Gögginger Tiger aus den 50er/60er-Jahren in exakt dem leuchtenden Blau des Außenstoffes war, die noch dazu genau für den Beutel gereicht hat.

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Irgendwie hatte ich nach dem Wendebeutel noch nicht genug von Taschen und der Verwendung von Stoffresten, so dass ich mir das gerade von Pattydoo auf dem Blog veröffentlichte Freebie für ein Rollmäppchen vorgeknöpft habe. Auch hier war die Anleitung perfekt und das Mäppchen war schnell fertig. Da ich für die Außenseite eine alte Jeans und für das Innenleben relativ unflexible beschichtete Baumwolle verwendet habe, ist das Ergebnis zwar hübsch, aber recht starr und an den kritischen Nahtstellen ziemlich dick geworden (meine kleine Nähmaschine kam da definitiv an ihre Grenzen). Sie wird in Zukunft trotzdem für meine Nadelspiele Verwendung finden. Und ich werde bei weiteren Exemplaren noch an der perfekten Stoffzusammenstellung arbeiten.

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Von den diversen kleineren Strickprojekten, die ich am Start habe, ist die blaue Mütze inzwischen ein gutes Stück vorangekommen. Ich mach jetzt auch mal Schluss mit dem Schreiben, denn ich bin fest entschlossen, sie noch bis zu meinem letzten Arbeitstag am Donnerstag fertig zu bekommen. Und dann stehen noch die Stulpen für meinen Mann und Socken für meine Schwiegermutter an …

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7 Tage, 7 Bilder (20)

Weihnachten steht vor der Tür, und ich versuche verzweifelt, noch ein paar Geschenke zu produzieren. Folglich kann ich diese Woche eine ganze Parade an WIPs präsentieren.

Das erste ist allerdings ein älteres Projekt, das inzwischen fortgeschritten ist, aber wahrscheinlich erst nach Weihnachten fertiggestellt werden wird.

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Mit ganz toller rustikaler dänischer Schurwolle (Hjelholts Farveskiftegarn 2 tr.) habe ich Fäustlinge angefangen (The world’s simplest mittens von Tin Can Knits).

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Und parallel dazu aus dem gleichen Garn auch noch die Fisherman’s Rib Hand Warmers von Purl Soho.

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Dann hab ich noch eine Mütze (Frais von Alicia Plummer) aus Rosy Green Wool Cheeky Merino Joy angeschlagen. Weit bin ich damit allerdings noch nicht gekommen.

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Da noch Reste von dem Möbelstoff übrig waren, hab ich am Wochenende schnell noch ein paar Täschchen produziert.

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Ganz ohne Kleidungnähen sollte die Woche jedoch nicht vorbeigehen. Bei Ricarda Henning hatte ich letztes Mal einen Coupon mit 80 cm wunderschönem Wollstoff mitgenommen. Mit Hängen und Würgen gerade so ausreichend für ein kleines Jäckchen im Chanel-Style (Lilliana von Seamwork Magazine). Es ist so weit fertig. Ich muss nur noch rund 4 Meter Schrägband fabrizieren oder kaufen und annähen für die Abschlüsse.

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7 Tage, 7 Bilder (19): 20.–26.11.2017

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Die vierte Ausgabe des Laine Magazine ist so wunderschön, dass ich das Heft immer wieder zur Hand nehmen muss. Ist dieser Schal nicht ein Traum?

 

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Dieses Weizen-Dinkel-Sauerteigbrot mit Hafer-Kümmel-Kochstück aus „Brot Brot Brot“ ist ein wahres Monster. Ein sehr fluffiges, leckeres. 🙂

 

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Ich hatte lange Respekt vor Jacken. Dann kam Pattydoos Softshell-Schnitt raus und ich dachte mir: Was soll’s, ich wag das jetzt mal! Das Risiko einzugehen hat sich absolut bezahlt gemacht. Die Anleitung führt einen narrensicher durch alle leichten und schweren Details des Nähprozesses. Jetzt hab ich ein perfektes Übergangsjäckchen (das bis zum Frühjahr erst mal in den Schrank wandert) und bin voll im Jackenfieber. Ein Stoff für Prüllas Jerika ist schon gekauft.

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Es geht im Winter doch nichts über selbst gestrickte Socken in den Stiefeln. Hier endlich fertig geworden das Paar „Socks on a Plane“ von Laura Linnemann in Schoppel Crazy Zauberball „Kleiner Fuchs“.

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Auf dieses Heft habe ich schon länger gewartet: die neue family-Ausgabe von Ottobre. Die Modelle für Jugendliche, die die Hälfte der Schnitte ausmachen, sind dabei für mich eher weniger interessant als die Herrenschnitte, von denen es, wie ich finde viel zu wenig gibt. Es gibt mehrere Hemden, zwei Hosen, Shirts, Jacken und sogar eine Unterhose. Und alle sind absolut zeitlos und tragbar. Toll!

 

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Meine Kollegin hat Stühle neu polstern lassen. Die Stoffreste (aus England!) hab ich bekommen und gleich eine Täschchen-Produktion gestartet. Für das Futter hab ich die Anzugsüberbleibsel von der The Refashioners Challenge verwendet, die farblich perfekt passen. Die ersten beiden Täschchen sind auch schon weg. 😉

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Und wie sollte die Woche besser enden als mit einem selbst gebackenen Brot. Ich weiß wirklich nicht, wie ich jemals Industriebrot hab essen können. Der geschmackliche Unterschied ist so gewaltig. Und der Herstellungsprozess ist genauso befriedigend wie der des Nähen oder des Strickens.
Hier: Weizen-Roggen-Vollkornbrot mit Hefe, Joghurt und Essig aus Lutz Geißlers „Backen in Perfektion mit Sauerteig“.

12 Colors of Handmade Fashion: November – Braun

Am Anfang war ein Cape. Nee, anders. Am Anfang war ein Wochenende mit dem Liebsten in Paris vor ungefähr fünf Jahren. Ich liebe diese Stadt! Die Architektur, das Essen, das gesamte Flair. Und geflasht, wie ich war, wurde ich urplötzlich sehr empfänglich für die elegante und sehr feminine Pariser Mode (was eigentlich sonst gar nicht so mein Stil ist). „12 Colors of Handmade Fashion: November – Braun“ weiterlesen

7 Tage, 7 Bilder (18): 13.–19.11.2017

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Mo.: Vor Kurzem hat Pattydoo einen Schnitt für eine Softshell-Jacke rausgebracht und ich werde jetzt versuchen, mit ihrer Hilfe meine erste Jacke zu nähen. Am Wochenende hab ich stundenlang 70 Seiten Schnitt zusammengeklebt und ausgeschnitten. Es sind ganz schön viele Teile.
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Di.: Mittagspauseneinkäufe. 😀
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Mi.: Wir wollten schon lange einen runden gusseisernen Topf, damit unsere Brote eine schöne Form bekommen. Jetzt haben wir einen … und unsere Brote werden offensichtlich fortan so aussehen wie Fußbälle.
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Do.: Das neue Laine Magazine ist wunderschön, voll mit tollen Strickprojekten und Beiträgen. „Treysta“ muss ich unbedingt diesen Winter noch stricken! Dann kann ich auch gleich meine unzureichenden Fair-Isle-Skills trainieren.
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Fr.: Der Pattydoo-Schnitt ist großartig. Ich konnte es nicht abwarten und hab, nachdem meine Snapply-Bestellung mit Kamsnaps und Reißverschlüssen ankam, schon mal mit der Kapuze angefangen. Das Ergebnis sieht total professionell aus.
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Sa.: Die Pattydoo-Jacke näht sich einfach so weg – ein toller Schnitt und eine perfekte Anleitung. Inzwischen sind schon der Kragen und die Vorderseite mit raffinierten Eingriffstaschen fertig.
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So.: Hier seht ihr eines unserer Brote (Roggen-Dinkel-Sauerteigbrot mit Quark) nach 12 Stunden Teigführung. Jetzt reift es noch weitere 12 Stunden im Gärkorb, dann gehts ab in den Topf und hinein in den Ofen.

7 Tage, 7 Bilder (17): 6.–12.11.2017

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Die perfekte Strickjacke im perfekten Blau: der Dexter Cardigan von Isabel Krämer aus Knudegarn, das ich im Februar aus unserem Urlaub in Nordjütland mitgebracht habe.
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Zur Erbsensuppe gab’s diese Woche ein Roggenmischbrot, bei dem ich mir das gewisse Extra von unserem Szene-Bäcker Gaues abgeguckt habe.
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Für eine besonders herzhafte Note wird der Teigling nämlich auf einem Wirsingblatt, das mit Speckstreifen ausgelegt ist, gebacken. Ist suuuuuuperlecker!
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Die Cape-Refashion gestaltete sich zwischenzeitlich recht nervenaufreibend, denn nachdem die Seiten- und Ärmelnähte geschlossen waren, stellte sich heraus, dass die fertige Jacke an der Brust viel zu eng war. Mehrweite musste dringend her. Erreicht habe ich sie schließlich, indem ich aus den Ärmelresten Dreiecke gebastelt und unterhalb der Achsel eingesetzt habe.
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Die Mühe hat sich gelohnt, denn nun sitzt mein Pariser Ex-Cape-Winterjäckchen perfekt!
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Auch das nächste Strickprojekt wird dunkelblau – zumindest teilweise. Den Kontrast bei meinem „Petit Gilet rayé“ bildet ein Schoppel Crazy Zauberball.
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Zum Wochenabschluss gab es mal wieder ein schönes Essen an einem schön gedeckten Tisch. Mit dabei die neuen Serviettenringe von Kühn Keramik aus Berlin.

7 Tage, 7 Bilder (16): 30.10.–5.11.2017

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Mo.: Die Woche beginnt – mal wieder – mit einem Brot. Da wir vom Sonntagseintopf noch Hühnerbrust übrig hatten, kam ein Sauerteig-Sandwichbrot nach Lutz Geißler in den Ofen. Sehr reichhaltig und sehr lecker!
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Di.: Am 31.10. endete die Challenge The Refashioners 2017. Auf den allerletzten Drücker wurden Anzug-Rock und Fotos fertig. Ich kann’s kaum erwarten, endlich mal wieder schön entspannt etwas einfach nur nach Schnitt zu nähen.
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Mi.: So ein Weißbrot hält ja wirklich nicht lange, deshalb musste schnell ein weiteres Brot her. Wieder nach Lutz Geißler, diesmal aber etwas extravaganter: Roggen mit Schokolade. Für alle, die sich jetzt fragen, ob das schmeckt: Tut es! Und da dunkle Schokolade verwendet wird, ist es auch gar nicht süß, sondern eher würzig-herb.
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Do.: Kleiner Rückfall in die Kindheit. Nach gefühlt einem Vierteljahrhundert hab ich mir mal wieder einen Asterix gegönnt. Ist wie früher! 😀
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Fr.: Dieses Wintercape habe ich mir vor fünf Jahren in Paris gekauft. Ich war von der Stadt so geflasht, dass ich meinte, unbedingt auch Pariser Chic tragen zu müssen. Zurück in Hamburg-Eimsbüttel, kam ich mir damit aber viel zu damenhaft und verkleidet vor. Deshalb wanderte das edle Teil erst mal in den Schrank. Inzwischen ausgestattet mit gewissen Näherfahrungen, werde ich mal versuchen, es in eine Winterjacke umzubauen. Der Stoff ist einfach viel zu schön für die Altkleidersammlung.
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Sa.: Dieses Motto musste ich mehrfach beherzigen, nachdem ich mit der Umgestaltung des Pariser Capes begonnen hatte. Von wegen mal eben ne Jacke draus machen! Ich hätte es wissen können, dass das bei mir nicht so einfach wird. Ich war bereits mehrfach kurz davor alles hin- und das inzwischen teilweise aufgetrennte Cape wegzuschmeißen, aber jetzt habe ich doch einen Weg gefunden, das Teil zu retten. Glaube ich jedenfalls.
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So.: Und zum Wochenabschluss noch ein Bild von meiner geliebten neuen Kühn Keramik, die ich aus Berlin mitgebracht habe. (Es gibt auch noch Serviettenringe, aber die zeige ich ein anderes Mal.)

7 Tage, 7 Bilder (15): 23.–29.10.2017

Die zurückliegende Woche war in Sachen Nähen vor allem dem Endspurt von The Refashioners 2017: Suits you gewidmet. Ich hab mich wesentlich schwerer damit getan, aus einem zweiteiligen Anzug irgendetwas neues Tragbares zu fabrizieren, als ich am Beginn der Challenge gedacht hatte. Um zwischen Zusammennähen und Wiederauftreten der verschiedenen Stoffstücke nicht vollends durchzudrehen, hab ich versucht, mich beim Kochen und Backen zu entspannen.

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Den Beginn der Woche markierte erst mal ein Dinkelbrot aus „Brot Brot Brot“. Superlecker, allerdings einen Tick zu dunkel geraten. Man sollte beim Nähen die Backzeit nicht aus den Augen verlieren.
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Das grobe Gerüst meines Anzug-Rockes war schon seit geraumer Zeit fertig, aber irgendwie ist mir dann die Luft/Lust an der weiteren Ausarbeitung ausgegangen. Eine Woche vor der Deadline war es jetzt aber wirklich Zeit fürs Finetuning. Also bastelte ich ein Futter und machte mich ans Annähen.
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Da mich Freehand-Nähen wirklich nervös macht, musste ich mich erst mal wieder mit ausgiebigem Kochen beruhigen. Hinten rechts seht ihr die Rohfassung einer Fougasse, die ich eigentlich im wundervollen fertigen Zustand auch noch fotografieren wollte. Sie war dann aber so köstlich, dass sie so schnell weggefuttert war, das ich gar nicht mehr dazu gekommen bin. 😉
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Irgendwann war das Futter drin, es brauchte jedoch eine ganze Menge händisches Nähen, um es an den Seiten ordentlich zu befestigen.
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Nachdem das erste Dinkelbrot schneller weg war, als man gucken konnte, versuchte ich mich an einem weiteren von Lutz Geißler aus „Backen in Perfektion mit Sauerteig“ mit Kochstück. Diesmal war die Backzeit genau richtig und das Brot in Konsistenz und Geschmack ein Traum.
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Okay, es hat sich gelohnt, am Ball zu bleiben: Das Futter wertet den Rock wirklich auf und passt großartig zum Anzugstoff.
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Sonntagabend war es dann endlich so weit: Das Refashioners-2017-Projekt war fertig! Und was noch viel besser war: Es passte, beulte nicht und ist sogar tragbar. Nur war es mal wieder zu dunkel zum Fotografieren (blöde Winterzeit!). Na ja, ich hab ja noch den 31.10. Dann wird’s aber auch wirklich Zeit. 😉